Einschlafstillen und Nuckelflasche: muss ich etwas verändern?
„Mein Baby schläft nur an der Brust ein.“ „Ohne Flasche geht gar nichts.“
Solche Sätze höre ich in meinen Schlafberatungen häufig. Und deshalb möchte ich direkt mit etwas beginnen, das mir wichtig ist:
Einschlafstillen oder eine Flasche zum Einschlafen sind nicht grundsätzlich ein Problem!
Wenn dein Baby damit gut einschläft, du dich damit wohlfühlst und eure Nächte für euch funktionieren, gibt es keinen Grund, etwas zu verändern. Saugen, Nähe und Körperkontakt sind für Babys ganz natürliche Wege, zur Ruhe zu kommen.
Spannend wird es erst dann, wenn du merkst: So, wie es gerade läuft, passt es für uns nicht mehr. Vielleicht möchte dein Baby bei jedem nächtlichen Aufwachen wieder an die Brust oder braucht erneut die Flasche. Vielleicht kann dein Partner das Einschlafen kaum übernehmen. Oder du stillst eigentlich gerne, möchtest aber nicht mehr jedes Aufwachen in der Nacht mit Stillen begleiten.
Warum das Einschlafen dabei eine Rolle spielt
Babys werden nachts wach, das ist normal. Schlaf besteht aus verschiedenen Schlafzyklen, zwischen denen wir alle immer wieder kurz aufwachen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie oft dein Baby wach wird, sondern was es braucht, um wieder in den Schlaf zu finden.
Schläft dein Baby regelmäßig an der Brust oder mit der Flasche ein, kann daraus eine sogenannte Schlafassoziation entstehen. Dein Baby verbindet das Einschlafen mit dieser Unterstützung und kann sie deshalb auch beim nächsten Aufwachen wieder einfordern.
Dass die Art des Einschlafens dabei eine Rolle spielen kann, zeigt auch eine Studie mit 521 Babys und Kleinkindern: Kinder, die an der Brust oder mit der Flasche einschliefen, wachten in dieser Untersuchung nachts häufiger auf.
Das bedeutet nicht, dass Einschlafstillen „schlecht“ ist. Aber es zeigt, warum es sinnvoll sein kann, nicht nur auf die Nacht zu schauen, sondern auch darauf, wie dein Baby in den Schlaf findet.
Es geht nicht darum, die Brust oder Flasche einfach wegzulassen
Wenn Familien zu mir in die Schlafberatung kommen, schauen wir uns deshalb zunächst die gesamte Schlafsituation an: Wie sieht der Tag aus? Wie verteilen sich Schlaf- und Wachzeiten? Wann bekommt das Baby seine Milchmahlzeiten? Und wie schläft es ein?
Wenn Brust oder Flasche zur direkten Einschlafhilfe geworden sind und die Familie etwas verändern möchte, können wir beispielsweise überlegen, die Milchmahlzeit etwas von diesem direkten Einschlafmoment zu lösen.
Und dann geht es darum, weitere Wege in den Schlaf zu entwickeln. Das können Nähe und Körperkontakt sein, deine Stimme, eine Berührung oder eine andere Form der Begleitung. Welche Strategie passt, ist von Baby zu Baby unterschiedlich.
Dabei bedeutet selbstständiges einschlafen für mich ausdrücklich nicht, ein Baby alleine einschlafen zu lassen. Es darf neue Strategien kennenlernen mit der Sicherheit, dass seine Bezugsperson da ist und es begleitet.
Und darf ich dann trotzdem weiterstillen?
Natürlich.
Eine Veränderung beim Einschlafen bedeutet nicht, dass du abstillen musst. Dein Baby kann weiterhin tagsüber, abends und auch nachts gestillt werden, wenn es eine Milchmahlzeit braucht. Das Gleiche gilt natürlich für die Flasche.
Es geht vielmehr darum, genauer unterscheiden zu können: Braucht mein Baby gerade Nahrung oder braucht es Brust oder Flasche vor allem als vertrauten Weg zurück in den Schlaf?
Stillen darf bleiben. Die Flasche darf bleiben. Nähe darf sowieso bleiben. Und gleichzeitig darf dein Baby weitere Möglichkeiten kennenlernen, wie es in den Schlaf und nach einem nächtlichen Aufwachen wieder zurück in den Schlaf findet.
Die entscheidende Frage ist deshalb für mich nicht: „Darf mein Baby an der Brust oder mit der Flasche einschlafen?“
Sondern: „Funktioniert dieser Weg für uns noch?“
Wenn ja, darf alles bleiben, wie es ist. Wenn nein, dürfen wir gemeinsam neue Wege finden, ohne deinem Baby einfach etwas wegzunehmen.
Denn manchmal braucht es nicht weniger Nähe, sondern einfach weitere Wege in den Schlaf.
Wenn Einschlafstillen oder die Flasche für euch gerade nicht mehr gut funktionieren, schauen wir in meiner Schlafberatung gemeinsam auf euren Tag, das Einschlafen und eure Nächte und entwickeln Strategien, die zu deinem Baby und zu euch als Familie passen.
Du möchtest wissen, was für euch möglich wäre?
Vereinbare gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch für meine Schlafberatung.

